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Fragment eines Säbels gefunden

28.09.2021 • Sanierung des Marstallgebäudes in Neustrelitz
Am 18. August 2021 wurde bei Erdarbeiten am Marstall das Fragment eines eisernen Säbels gefunden. Während der Baggerarbeiten an der Ostseite des südöstlichen Eckgebäudes stießen die Arbeiter am Fundamentgraben auf den historischen Fund. Für das Bauvorhaben, das u. a. Sanierung des Fundaments umfasst, ist das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Neubrandenburg verantwortlich.
Bis durchschnittlich einen halben Meter unter dem vorhandenen Bodenniveau wurden die Fundamente freigelegt. Dafür wurde ein 45 cm tiefer und 80 cm breiter Fundamentgraben ausgehoben. Der Säbel befand sich in einer Tiefe von 30 bis 40 cm und damit noch in einem einheitlich aufgebrachten Horizont der Auffüllung aus lehmigem braunem Sand, der auf eine Regulierung des Bodens im späten 19. oder 20. Jahrhundert zurückzuführen ist.
Das 57 cm lange Fragment eines eisernen Säbels, dessen Klinge mit beidseitiger Hohlkehle und einseitiger Schneide heute wohl nur noch etwa die Hälfte der ursprünglichen Länge beträgt, geht nach der bauhistorischen Dokumentation des Kunsthistorikers und Bauarchäologen Dirk Schumann auf den Grundtyp eines bereits im späten 18. Jahrhundert in Preußen verwendeten Säbels für berittene Husaren zurück. Jedoch wurde er über das ganze 19. Jahrhundert hinweg in Preußen als Kavallerie-, Offiziers- und sogar als Polizeisäbel angewendet. Wie beim sogenannten "Blüchersäbel" mündet das geschwungene Parier des Neustrelitzer Fundstücks nach dem Knick in einem charakteristischen Wechsel aus Kehle und Bogenform, dessen Ende schließlich mit der Griffstange verbunden ist. Anders als beim klassischen "Blüchersäbel" gab es bei dem Fundstück offenbar nicht einen die Griffschalen verstärkenden Metallrücken, der ebenfalls auf der Griffstange endet und mit dieser vernietet wurde. Vielmehr zeigt das Neustrelitzer Fundstück einen auf das Ende der Griffstange genieteten Knauf, der zugleich das Ende der Parierstange an der Griffstange befestigt.
Der historische Fund wurde vom SBL Neubrandenburg geborgen. Untersuchungen und Abstimmungen zum weiteren Umgang mit dem Säbel laufen bereits.

Lageplan Marstall Neustrelitz mit Fundstelle Fragment eines Säbels

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